“Modernes” Projektmanagement – von Farben und Ahnungslosigkeit

Es ist immer wieder interessant, wie Projekte geplant und durchgeführt werden und sich dann die “Farbwechsel” und Ahnungslosigkeit ab einem bestimmten Zeitpunkt einstellen.

Was verstehen wir unter “Farbwechsel”?

Projekte sind hierarchisch gegliedert. Teammitglieder werden in verschiedenen Teilprojekten zusammengefasst, die Teilprojektleiter berichten an die Gesamtprojektleitung. Um die einzelnen Projekte zu koordinieren gibt es meist noch Koordinationsteams. Die einzelnen Projekte müssen dann je nach Unternehmensgröße den CIO’s und/oder Geschäftsführungen und Vorständen in Steering Committees Rede und Antwort stehen. Teilweise – wie am Flughafen in Berlin – berichten die Projektmanager auch an die Aufsichtsräte.

“Farbwechsel” erfolgen in Projekten immer von unten nach oben. Wenn Teammitglieder bereits am Limit arbeiten, Termine und Budget nicht mehr gehalten werden können oder die Qualität signifikant abnimmt, melden die Projekte auf den unteren Ebenen “rot”, das heißt die Ziele können nicht erreicht werden und es sind “Entscheidungen von oben” notwendig. “Oben” will man aber von Problemen nichts hören, es wird ja auf verschiedenen Veranstaltungen mit Gleichgestellten oder gegenüber nochmals höhergestellten immer “vom großen Projekterfolg” gesprochen. Im Ergebnis wird nun stufenweise aus “rot” über “gelb” der Status des Projektes “grün”. Das schafft erstmal Luft – bis zum nächsten Steering Committee!

Und jetzt kommt die Ahnungslosigkeit…,

weil die Projektprobleme exponentiell wachsen und es irgendwann zu deren Offenlegung kommt. An den Beispielen von BER und der Hamburger Elphilharmonie ließ sich nun gut beobachten, dass alle beteiligten Verantwortlichen im oberen Projektmanagement, im Aufsichtsrat oder der Politik völlig überrascht waren. Das gleiche Phänomen findet sich ebenfalls in fast jedem anderen gescheiterten Projekt. In der IT wird teilweise von einer Misserfolgsquote von über 50% gesprochen. Und immer wieder “kann man die plötzlichen Probleme überhaupt nicht verstehen…”.

Sind die “oberen” Verantwortlichen, Vorstände, Geschäftsführungen und Aufsichtsräte frei von Verantwortung? Wurden die richtigen Fragen gestellt? Hätte der Projektverlauf füher erkannt werden können? Welche “weak signals” gab es schon früh?

Lesen Sie hierzu mehr in einem unserer nächsten Blogs.