Services werden für die Wirtschaft immer wichtiger. Die Ursachen dafür werden in der technologischen Entwicklung und Globalisierung gesehen. Volkswirtschaftlich nimmt dieser Sektor hierzulande bereits den größten Anteil ein – mit einem Wachstum um 42 Prozent in den letzten 66 Jahren! Von 43,6 Mio. Erwerbstätigen sind 1,4 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft (primärer Sektor), 24,2% im Produzierenden Gewerbe (sekundärer Sektor) und 74,4 Prozent im tertiären Dienstleistungs-Sektor tätig (1). Im internationalen Vergleich liegt Deutschland im Mittelfeld. Eigentlich ist der Serviceanteil aber noch viel höher.

Der Dienstleistungsanteil erhöht sich beispielsweise auch dann, wenn Unternehmen dem Produzierenden Gewerbe zugerechnet sind, aber neue Services für ihre Produkte anbieten. Vertreter der so genannten service-orientierten Logik gehen sogar soweit, dass es für sie eigentlich keine Produkte gibt. Diese seien letztendlich nur noch Träger von Services. Auch wenn dieser Ansatz vielleicht etwas sehr gewagt ist, so lassen sich längst starke Tendenzen in dieser Richtung feststellen. Die Fernbedienung des Autos, das Verstellen der Schnitthöhe des Rasenmähers oder das elektronische Einreichen von Arztrechnungen beim Versicherer lassen Gesprächspartner aufhorchen. Was auf jeden Fall behauptet werden kann: Der Anteil von Services an der Gesamtwirtschaft ist sicherlich weitaus höher als die o. g. 74,4 Prozent.

Leistungsfähigere Technologien, Miniaturisierungen, Sensorik oder Übertragungsmedien sowie vor allem das Internet der Dinge ermöglichen Geschäftsmodelle mit immer umfangreicheren Services. Dabei ist es aber zu einfach, nur in IT und Algorithmen zu denken. Wenn Unternehmen heute am Digitalen Transformationsprozess scheitern, dann sind es meist grundlegende Fehler, die begangen werden. Der „Blick nach innen“, die Automatisierung und der ständige Versuch, Dinge noch effizienter zu machen, können zwar kurzfristige Kostenvorteile bringen. Viel wichtiger ist aber das ständige Auseinandersetzen mit der Umwelt, dem Kunden und dem Wettbewerb. Hier entstehen die meisten Veränderungen, hier sind neue Lösungen zu suchen. Und das können Vorstände und Geschäftsführungen nicht alleine, dazu brauchen sie ein breites Expertenwissen und viel interdisziplinäre Kreativität.

Wer im Digitalen Transformationsprozess bestehen will, muss zunächst einmal die fundamentalen Voraussetzungen für den Change schaffen.

 

(1) Statistisches Bundesamt, Destatis 2017, Zahlen für 2016

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